Arbeitswelten 4.0: Anforderungen an Arbeitgeber

Welche Anforderungen stellen die „Arbeitswelten 4.0“ an die Arbeitgeber? Das wollen wir heute herausfinden, nachdem sich im letzten Beitrag alles um die Arbeitnehmer drehte.

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Das Magazin „Harvard Business manager“ beschäftigt sich in der März-Ausgabe mit der Zukunft der Arbeit und stellt die These auf: „Schon in wenigen Jahren werden mehr als 1,3 Milliarden Menschen ihre Arbeit virtuell erledigen.“ Bedeutet: Die Digitalisierung trifft nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Arbeitgeber. Unternehmen werden sich anpassen und ihrer Belegschaft nach und nach Geräte zur Verfügung stellen, die das virtuelle Arbeiten von jedem erdenklichen Ort aus ermöglichen. Im Zuge dessen können Fachkräfte aus anderen Ländern, ja auch von fernen Kontinenten hinzugezogen werden: Die Digitalisierung macht es möglich. All das führt dazu, dass Projektarbeit zusammen mit Spezialisten zu einer großen Herausforderung wird. Freiberufler, die auf ihrem Gebiet absolute Profis sind, werden von Unternehmen angeheuert, sie bei bestimmten Projekten zu unterstützen. An Arbeitgeber wird also die Anforderung gestellt, Profis rekrutieren zu können und zudem die Fähigkeit zu besitzen, sie effektiv projektbezogen zu koordinieren.

Mobile Technologien und globale Teams sorgen weiter dafür, dass Arbeitgeber global kommunizieren können, hierfür aber auch die Technologien beherrschen müssen. Mitarbeiter – sowohl freiberufliche als auch angestellte – richtig zu briefen, sie über Projekt- und Unternehmensentwicklungen auf dem Laufenden zu halten und zielorientiert mit ihnen zusammenzuarbeiten, erfordert ein hohes Maß an Koordinationsgeschick. Teamfähigkeit auf Distanz ist in vielen Unternehmen noch Zukunftsmusik. Technologien unterstützen Firmen dabei allerdings: Ein Hangout via Google+ mit allen Mitarbeitern, ein Webinar zur Schulung der Mitarbeiter, ein internettes Meeting – alles kein Problem mehr. Theoretisch. Denn praktisch gilt es, diese Möglichkeiten (sinnvoll) zu implementieren. Eine der wohl größten Herausforderungen für Arbeitgeber besteht darin, die Zusammenarbeit zu unterstützen. Eine weitere ist die, das Vertrauen in die Mitarbeiter und Freelancer zu haben, diese „machen zu lassen“. In der Vergangenheit war Arbeit oft von hierarchischer Kontrolle geprägt. In Zukunft werden Unternehmen ihren Mitarbeitern einen Vertrauensvorschuss zollen müssen, der solange gilt, bis der Mitarbeiter beweist, diesen nicht zu verdienen – nur im schlimmsten Fall, versteht sich.

Auch „inhouse“ wird es Änderungen geben: Arbeitsplätze waren einst darauf ausgelegt, sämtliche Werkzeuge, die zur Arbeit nötig sind, unterzubringen und hierarchische Ebenen zu verdeutlichen. Kollegen wurden mehr oder minder abgeschottet, um den Fokus auf die Arbeit zu lenken. Einzelbüros sowie Arbeitsecken werden in Zukunft durch gemeinschaftliche Arbeitsbereiche ersetzt: Flexibilität und Individualität, Transparenz und Organisationsdesign sind Schlagworte, die das künftige Bürodesign beschreiben. Coworking-Bereiche sorgen nicht nur für geringere Kosten, sondern auch für modernisierte Unternehmenskulturen. Aufgrund der Virtualisierung der Arbeit und der damit verbundenen Freiheit, Mitarbeiter nicht im Büro haben zu müssen, verlieren Einzelarbeitsplätze oft ihren Sinn. Dass Beschäftigte Vollzeit im Unternehmensgebäude arbeiten, wird schon in wenigen Jahren verlorengegangen sein. Mitarbeiter kommen und gehen – Coworking-Bereiche geben die nötige Flexibilität. Unabhängig von ihrer Funktion im Unternehmen oder von ihrem Fachwissen finden so beispielsweise Mitarbeiter zusammen, die für dieselben Kunden verantwortlich sind. Unternehmen, wie beispielsweise SAP, Telekom, Immobilienscout oder auch Telus, einem führenden kanadischen Telekommunikationsanbieter, haben mit Coworking bereits positive Erfahrungen gesammelt.

Neben der bereits angesprochenen projektbezogenen Mitarbeit externer Kräfte – ob Freelancer oder Agenturen – wird es das Modell sogenannter „Caring Companies“ geben: Unternehmen rekrutieren ihre Mitarbeiter bereits frühzeitig und binden sie ans Unternehmen. Bereits zu Schul-, spätestens zu Hochschulzeiten wird dem Nachwuchs ermöglicht, Praxiskenntnisse durch Praktika im Unternehmen zu erwerben. Nach und nach arbeitet sich der Nachwuchs so ein, dass er nach der Hochschulzeit nahtlos ins Unternehmen einsteigen kann, Strukturen bereits kennt und unmittelbar zur wertvollen Unterstützung für die Firma wird.

Ich gespannt auf Ihre Ideen: Welche Änderungen spürten Sie in den vergangenen Jahren und welche Trends werden Ihrer Meinung nach kommen? Wie verändern sich Unternehmen in ihren Arbeitsplätzen, in ihrer Unternehmenskultur und in ihren Technologien? Diskutieren Sie in den Kommentaren mit!

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