Arbeitswelten 4.0: Diversifikation – wo stehen wir heute?

Weiter geht es in der Serie „Arbeitswelten 4.0“ mit dem Thema Diversifikation und der Frage, wo wir heute stehen. Um sich darauf einlassen zu können, ist es nötig, zu wissen, wovon wir hier eigentlich sprechen wollen.

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Mit Diversifikation ist die Spezialisierung auf verschiedene Bereiche gemeint. Eine Veränderung, eine Auffächerung. Als Beispiel zum Thema Arbeitswelten: Ein Unternehmen stellt bewusst Männer und Frauen, junge und ältere Mitarbeiter ein, um die jeweiligen Stärken für den Unternehmenserfolg zu nutzen. Man kann bei der Diversifikation durchaus von einer Evolution sprechen. Weil alles, was einen Namen hat, leichter fassbar ist, spricht man vom Diversity Management: Die bewusste Entscheidung eines Personalers, eine Person bestimmten Geschlechts, bestimmten Alters und bestimmter Herkunft einzustellen, weil genau diese Person die relevanten Eigenschaften mitbringt. Der begriffliche Gegensatz der Diversifikation ist übrigens die Fokussierung: Die Geschäftsaktivitäten konzentrieren sich auf einen einzigen Punkt. Nicht der Unterschied, sondern die Konzentration auf eine bestimmte Sache lebt. Diversifikation erlaubt es Unternehmen, in die Breite zu gehen, Fokussierung ist hingegen sehr eng gefasst.

Der Trend der Diversifikation ist nicht neu, er erlebt allerdings eine Renaissance. Ich bin überzeugt davon, dass dieser „Trend“ weiter wachsen wird, um sich anschließend zu etablieren und fester Bestandteil zukünftiger Arbeitswelten sein wird. Europaweit ist die Diversifikation unbedingt nötig! Wenngleich das Thema Globalisierung gerne mal als „Drohung“ angesehen wird, so gibt sie der Diversifikation doch ein Zuhause. Hierzulande wird sich die Arbeit auf Dauer halten können, wenn wir es lernen, mit Vielfalt umzugehen. Die Mischung macht’s also. Man geht davon aus, dass Outsourcing relevant sein wird, dass aber die Kernfunktionen im Unternehmen selbst besetzt werden müssen. Dafür ist es unabdingbar, dass sich sowohl die Unternehmen als auch seine Mitarbeiter ihrer Stärken bewusst werden. Wettbewerbsvorteile müssen genauso identifiziert werden wie etwaige Schwächen, die mittels Diversifikation optimiert werden können. Outsourcing spielt dabei eine wesentliche Rolle: Kompetenz von außen. Die wohl schwierigste Herausforderung dabei ist, sich von alten, gewohnten Zöpfen zu trennen, um einen klaren Blick auf die Ist-Situation und das Ziel werfen zu können.

Rudolf-August Oetker, deutscher Nahrungsmittelunternehmer, sagte: „Lege nie alle Eier in einen Korb!“ Nach diesem Motto lebt Diversifikation: Vielfalt. Der Unterschied ist das Plus. Und es gibt bereits Unternehmen, die es in ihrer Personalpolitik vormachen. Die Zeit berichtet im Mai 2012 mit der Headline „Vielfalt in der Belegschaft zahlt sich aus“ vom Autobauer Ford: Man fördere bewusst die Vielfalt der Belegschaft; ein Drittel der Nachwuchskräfte im Kölner Werk hätten einen Migrationshintergrund. 55 verschiedene Nationalitäten finden am Kölner Standort miteinander Unterschiede, die das Unternehmen nach vorne bringen: Neben freigesetzten Energien und Engagement ließe sich eine breitere Menge an Kunden ansprechen. Ein weiteres Beispiel wird mit der Metro Group genannt: Die Kundschaft sei älter und kulturell vielfältiger, was man auch bei der Belegschaft umsetze. Die Commerzbank hat die schwul-lesbische Mitarbeitergruppe Arco eingerichtet: Homosexuelle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen sich weder zu verstecken noch zu scheuen – sie können ihre gesamte Energie für ihre Arbeit nutzen. Und damit für den Unternehmenserfolg. Die Überschrift des Artikels untermalt die Zeit mit einem Verweis auf die Auswertung von mehr als 100 Studien von der Beratungsfirma Ungleich Besser: „Firmen, die auf Diversity setzen, konnten neue Kundengruppen erobern, die Arbeitsatmosphäre verbessern und sogar Krankheits- und Fehlzeiten reduzieren“, lautet das Fazit.

Mit der Charta der Vielfalt setzen hunderte Firmen und diverse Kommunen, darunter Hamburg, Köln oder Stuttgart, auf die Vielfaltsstrategie. Und zwar mit Erfolg: Ein Drittel aller Stuttgarter haben ihre Wurzeln in anderen Teilen der Welt. Mithilfe von Trainings und Fortbildungen gelingt es, die Kulturen zu einem konfliktfreien, kreativen Miteinander zu animieren. In Stuttgart gelten Integration und Vielfalt als Standortvorteil. Dass Vielfalt Schule macht, zeigt der Diversity-Day, der am 11. Juni 2013 erstmals in Deutschland begangen wird: „Vielfalt unternehmen“ ist das Motto dieses Ereignisses und Betriebe, Vereine, Stiftungen, Organisationen sowie Verbände sind vom Carta der Vielfalt e. V. aufgerufen, sich daran zu beteiligen.

Es gibt noch keinen tatsächlichen Ausbildungszweig für den Beruf des Diversity Managers. Aber es gibt Lehrgänge, Workshops und Weiterbildungsangebote. Darunter den des Instituts für Diversity Management: Personal- und Organisationsentwickler, Führungskräfte, HR-Verantwortliche, Trainer, Berater, Gleichstellungsbeauftragte und alle, die noch an diesem Thema interessiert sind, können sich zum zertifizierten Diversity Manager weiterbilden lassen. In acht Tagen soll das Grundwissen für Vielfalt in Unternehmen beziehungsweise speziell in der Personalpolitik eines Unternehmens vermittelt werden. Das ist nur ein Beispiel von vielen – stöbern Sie in den Suchmaschinen nach „Ausbildung Diversity Manager“ und Sie finden diverse Angebote.

Wie Sie sehen, kommt Diversifikation langsam aber sicher in den Unternehmen an. Es ist ein Thema, mit dem wir uns in Zukunft beschäftigen werden, denn Diversifikation ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeitswelten von morgen. Mich interessiert: Wie weit ist Ihr Unternehmen in Bezug auf Diversifikation? Sicher gibt es auch kleinere Positivbeispiele als Metro, die Commerzbank oder Ford. Setzen Sie als Unternehmer oder HR-Verantwortlicher auch auf Vielfalt? Oder planen Sie das in Zukunft? Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare!

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